Weh Mut

Keaton Henson – Petrichor

Ich mag Wärme.
Besonders nachts.
Meinen ganzen Rücken entlang.
Oder auf der Haut, sanft.
Ich mag Wärme, die von innen kommt.
Die aufrichtig ist.
Und nach meiner Erfahrung nie richtig heiss werden kann.
Nicht unerträglich heiss.
Die sich nicht wie ein pulsierendes Fieber anfühlt.
Sondern mehr wie eine Wolke voller Sonnenstrahlen,
oder wie ein strahlender Spätsommertag am Meer, im
Nirgendwo.

Ich bin nicht mehr gern allein.
Alleingelassen.
Ein bitterer Schwachpunkt.
Die einstige Löwin, die selbst
am Nordpol
gelodert hat.
Jetzt braucht sie zu viel, um diese feurige Glut
knistern
zu spüren. 
Mich.
Ich glaube, ich kann einsam sein.
Ich glaube, ich will nicht allein sein.

Du hast gesagt, ich ertrinke in meiner
brutalen Melancholie.
Ertränkt von eisernen Händen, sag ich.
Ich mag es, zu trinken.
Rosé und Wein.
Lange.
Oft.
Ich muss sie wegtrinken.
Die Rastlosigkeit. Die Rasanz. Das Zeitlupengefühl.
Keine Tristesse.
Eine Quelle.
Das belebende Wasser geht vergessen und das, was einem vielleicht gut tun würde.
Na und?

Kompromisslos?
Lebensverzehrt.
Davontreiben lassen.
Die Wärme zurückfordern.
Oder in der Welt wiederfinden.
Ich habe immer noch so viel seelenruhige Liebesliebe in mir.
Die jemand verdient hat.
Die sich jemand verdienen wird.

Aber ausgeblutet.
Für Dich habe ich keine Emotionen mehr übrig.
Und doch schreit qualvoll mein Rücken,
wenn ich an Dich denke.
Und doch erinnert mich die alltäglichste und überraschendste Wärme
manchmal
aber immer seltener
an Dich.

Und das, obwohl es hier nicht um Dich geht.
Sondern um meine Haut.
Und um die lauwarmen Atemzüge,
an einem süsslich-kühlen Morgen.


xx jana


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