Wellenbrechen


Wir werden immer miteinander verbunden sein.


Wie das Meer und das Ufer.
Mal sind wir uns näher,
dann ferner.
Mal zerfliessen wir ineinander,
wenn Deine Wellen brechen
und sie meinen Sand aufwirbeln.
Deine Strömung reisst mich ein wenig mit,
aber nie weit.
Du umspülst meine scharfen Kanten
und ich empfange Deine Wucht.
Du berührst mich behutsam,
streichst über meine raue Oberfläche,
wenn Du versuchst meine Gipfel,
oder meine Tiefen,
zu ertasten.
Du verlässt mich mit dem Mond,
ziehst Dich wieder zurück.
Verabschiedest Dich und lässt mich einsam
für eine gewisse Zeit lang.

Wir sind grundverschieden.
Du bist erfrischend,
fliessend im Wechsel,
mal weich, aber immer stark,
grenzenlos und doch begrenzt.
Du preschst plötzlich nieder,
rauschst dann ruhig.
Deine Düsternis reicht tief.
Ich reiche in die Höhe.
Kann felsenfest sein.
Auf mir wächst Grün,
so viele Farben.
Oder karges Nichts.
Klare Formen und doch beweglich.
Ich speichere wohlige Wärme in mir.
Ich bleibe beständig,
lodernd heiss,
wo Du mich nicht erreichst.
Du formst,
und zeichnest mich
und ich schränke Dich ein,
zeige Dir Dein Limit auf.
Ich zerbrösle,
verfalle zu Staub,
während Du Dich zu Dunst verflüchtigst.
Wir reichen beide bis zum Horizont
und darüber hinaus.
Uns erwärmt die Sonne.
Jeden Tag.
Vielleicht sind wir uns doch ähnlicher,
als wir dachten.
In unserer Verbundenheit
– wir brauchen einander,
machen den Anderen aus,
werden aber niemals eins sein.

xxj

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