Leise, sanft

Daughter – smother

Manchmal denke ich an Dich. Und dann tut es weh.
Nicht schmerzhaft, sondern leise, sanft.

Als öffne sich mein Herz und liesse all die Liebe herein;
und mit der Liebe käme dann auch eine gewisse Nostalgie,
eine Traurigkeit, aber auch Glück und Hoffnung.
Ein offenes Herz.

Und dann frage ich mich, ist Dein Herz auch
offen?
Oder ist es zu müde dazu, sich zu bewegen? Bist Du schon zu müde geworden?
Und dann frage ich mich, wieso,
weil ich die Antwort zu kennen glaube.
Das Herz zerreisst bei dem Gedanken.

Wieso all diese Zweifel.

Der Klang Deiner Stimme, der durch Wände dringt und in welchem
eine Vertrautheit mitschwingt, so alt, wie unsere Seelen,
der mich aufhorchen lässt, so plötzlich, ich kenne all seine Variationen.
Ich kenne die Zerbrechlichkeit, die Bestimmtheit, ich kenne das Zittern, bei Wut,
oder bei Verzweiflung, ich kenne das Leuchten, bei Glück.

Ich kenne sie besser als meine eigene, Deine Wärme, die mich zum schmelzen bringt und
dieses Gefühl der tiefen Geborgenheit in mir entfalten lässt, sodass ich fliege
und einschlafe.
Friedlich.
Ich komme mir immer ein paar Grad zu kalt vor, wenn ich sie nicht spüren kann.

Deine Augen, ich weiss genau wie sie tief in mich hineinschauen und mich sehen.
Die kleinen Fältchen an ihren Rändern, die erschienen, wenn Du mich zum Lachen bringst.
Dein Blick offenbart Deine Ängste, sodass ich sie schon lange kenne.
Ich versuche sie zu mindern, doch meistens lässt Du mich nicht.
Du machst sie zu, Deine Augen, wenn ich Dich dreist in Liebe anschaue, weil Du weisst, dass ich viel sehen kann und noch mehr sehen will.
Du lässt mich nicht.

Deine groben, starken Hände, welche sich am zartesten und sanftesten bewegen,
aber immer rastlos sind, wenn sie nichts festhalten können. Die kenne ich auch.
Sie berühren immer mit einer Bestimmtheit, von der ich manchmal nicht weiss,
woher sie kommt.
Manchmal habe ich Angst vor ihnen, nicht vor Dir.

Ich sehe Dich in meinem Zimmer auf und ab gehen, Dich kommen und gehen,
ich sehe, wie Du Dich aufbaust und ein paar Momente später zusammenbrichst,
wieder ganz klein wirst.
Ich sehe Deine Rastlosigkeit, Dein Frust, Dein Wille,
nichts von Beständigkeit. Nichts von langer Dauer.
Dann fühle ich mich machtlos. Stumm.
Meine Worte, wie die Flamme eines Zündholz, in einem Raum voller
Feuerwerkskörper.

Ich sehe wie Du da sitzt. Und wie ich da sitze. Wie ich Dich suche.
Du zwar meinen Blick, aber nicht mich spürst.
Dein Blick gesenkt auf Deine Hände, ein Spielzeug, Deine Ohren hören mich nicht richtig.
Und ich weiss nicht, wohin Du willst.
Ob das jetzt gut ist.
Jetzt in diesem Moment. Der Zustand befriedigt mich nicht, weil er in mir Fragen aufwirft.
Und ich denke, ich mache alles falsch.

Manchmal spüre ich sie ganz klar und deutlich,
Deine Liebe,
als könnte ich sie greifen, sie begreifen, sie festhalten,
sie ist ganz still.
Irgendwann nimmst Du sie mir aber wieder aus den Händen,
weil sie Dir gehört.
Und ich verstehe das, dennoch schaue ich ihr nach, wie dem Sonnenuntergang im Sommer,
etwas traurig, weil ich sie gerne immer bei mir hätte.

Und vielleicht bin ich doch nicht ein paar Grad zu kalt, wenn ich allein bin,
sondern ein paar Grad zu heiss.
Vielleicht aber auch ein Auf und Ab, ein Hin und Her
offen und zu.

An manchen Tagen, dann ist mein Herz anders, dann ist es aus Glas mit vielen Rissen
es glitzert und klimpert, ganz delikat,
und dann bin ich mir nicht sicher,
ob ich es in den Händen halte, oder Du.

Die Frage, die sich nun aufdrängt, ist,
wie wohl Deins aussieht.
Und ich denke mir, es sieht so aus, wie man es sich denkt,
aus Fleisch und Blut, eben. Lebendig. Aktiv.
Aber müde.

Und was heisst das jetzt, wenn meines doch so übervoll ist,
sich öffnet und schliesst. Gefühl. Aber es vielleicht nicht lebendig ist,
wie Deins. Es nicht aus Fleisch und Blut ist.
Macht das dann überhaupt einen Sinn?

Ich mache mir sorgen.
Ein Herz sollte nicht müde sein.

Meins fühlt sich nicht müde an, zwar manchmal kaputt, manchmal schmerzhaft,
manchmal schwer, manchmal leer …
Mache ich Dich müde? Bei wem muss ich den Fehler suchen?
Wo?

Und dann sehe ich mich, wie ich da sitze, wie eine schlechte Verliererin,
die die Lösung nicht findet.
Wohl blind, und vielleicht auch ein bisschen missverstanden.
Verletzlich.
Dieses Bild, ob es sich wohl ändert, irgendwann,
und Du ein Neues von mir zeichnest?

 

xx jana

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